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"Minimalistisch und  vieldeutig. Eine Metapher auf uns alle, die wir versuchen, das Beste aus dem Ganzen zu machen. Das Publikum spendete der Uraufführung von „Dieser Himmel zum Beispiel“ viel Applaus. Sehr zu Recht."

Thurgaukultur.ch - 25. März 2019

 

"Federico Dimitri und Noce Noseda füllen die Bühne aus, interpretieren Carvers Gedichte und die Geschichte dazwischen mit einer wunderbaren Intensität und Kraft, die einen mitreisst und unweigerlich nach den Parallelen im eigenen Leben suchen lässt."

Thurgauerzeitung - 24. März 2019​

Die Kraft des Textes und das schauspielerische Geschick von Dimitri und Noseda zeigen sich in der Fähigkeit, den Zuschauer emotional zutiefst in offenen Wunden zu berühren: die Furcht vor dem Tod, unsere Schwächen, die Angst nicht zu genügen. Sie führen uns dazu, gleichzeitig mit ihnen auf der Bühne, dieselbe emotionale und kreative Reise zu unternehmen. Tatsächlich ist es unmöglich, sich nicht von ihrer dringenden Notwendigkeit anstecken zu lassen. Gewaltige emotionale Intensität und komisch groteske Szenen widerspiegeln die Wechselhaftigkeit der Existenz.

milanoteatri.it - Angelica Orsi, 12. April 2019

 

 

Dieser Himmel zum Beispiel könnte ein Mosaik kleiner poetischer Steine, Handlungen und Gegenstände sein, welche eines der möglichen Bilder des Lebens darstellen: ein Bild, das auch anders hätte aussehen können, hätte der Zufall die Faktoren anders gesetzt.  Die Worte bestimmen die Handlung nicht, sowie die Handlung jene nicht evoziert. Es handelt sich um einen szenischen Mechanismus, durch welchen sich Worte und Handlung gegenseitig potenzieren, aus welchem sie sich verbreiten und der die Bedeutung ihres Zusammenspiels aufblühen lässt. Nichts ist lehrhaft, vielmehr erlebt man die Bekräftigung des Theatralischen, wenn es nicht von der Sprache regiert wird.

www.enricopastore.com, April 2019

 

 

Von Anfang an ist die Inszenierung sehr physisch, auch dank des Drehpodestes mitten auf der Bühne, welches das Zusammenspiel der beiden Figuren verstärkt und weiterentwickelt und somit immer wieder neue Welten entstehen lässt. Oft sind es komische Szenen, die ihre Inspiration direkt aus Carvers Gedichten nehmen und die durch die verschiedene Spielart der zwei Darsteller, der eine traditioneller, der andere eher performativ, verstärkt werden. Aus dem Zusammenstoß beider Spielarten und der Sprache Carvers bilden sich Funken, welche abwechselnd Dramatik, Ironie, Vortäuschung und Enthüllung verbreiten. Wir erleben schweissgebadete Spannung und verzweifelte Ironie, die, wenn die Inszenierung mal durch die nötige Reifung und Trocknung gegangen ist und dank dem Postulat des vorhandenen guten Materials, zweifellos zu einer Theaterkreation von gehöriger Potenz führen werden.

paneacquaculture.net, Renzo Francabandera, April 2019

 

An sich schon stürmisch mitreißend, ist der Rhythmus der Inszenierung vom dem sich drehenden Podest, auf welches und rund um welches sich die zwei Protagonisten bewegen, noch verstärkt. Sie alternieren Groteske und Dramatik stegreifmässig und vollkommen unabsehbar. Die Absenz einer narrativen Handlung “zwingt” den Zuschauer, statt der Einheitlichkeit eines Gedankens eher dessen gesamtheitliche Bedeutung aufzufangen. Das Wort ist prägnant, die Objekte, eine Pistole, eine Tanne, eine Zigarette, wechseln je nach Situation ihren Zweck. Sie kollidieren heftig und willkürlich gegen den Alltag unseres Daseins und fordern seine Verlässlichkeit heraus. Aus diesem Gewirr, gespalten und dissonant, entsteht in ihrer ganzen Schönheit die Poesie wie Lichtstrahlen, die sich einen Weg zwischen dunklen Wolkendecken verschaffen. Dimitri und Noseda imitieren somit das Schreiben Carvers, welcher diesen Lichtschimmern in seinem Erzählen wie Fragmente verarbeitete, und dies mit einer guten Dosis Selbstironie: “Wills du ein Gedicht schreiben, muss du verwirrt sein.”

scenecontemporanee.it - Carmen Navarra, 15. April 2019

 

 

Keine rauen Stimmen, kein selbstgefälliger später Beatnik. In der Inszenierung von Elisa Canessa ist alles herb und lyrisch, messerscharf und zirzensisch. Die zwei Schauspieler lassen sich vollkommen auf das Gewirr der Texte ein, sie balancieren zwischen Nachdenklichkeit und gegenseitiger Verspottung. Nichtsdestotrotz erreichen sie lyrische Spitzen, wo der Takt der Geste endgültig aufrichtig und schlicht ist. Diese scheinbare Einfachheit ist nur durch beachtliche Technik zu erreichen. Karges, pulsierendes Theater und dies mit nichts: Gesten die ihren Sinn vermehren, Wasser, das durch die Finger rinnt, Leben welches zwischen den Fingern zerrinnt. Und kurz darauf bricht ein schallendes Gelächter das wohlgebaute poetische Konstrukt, welches einer der Schauspieler (und plötzlich auch wir) eher pathetisch fand (gewölbte Hände, Wasser, Tränen), und schwups lachen wir uns tot. Sie führen uns durch Tilgung in schlichte poetische Höhepunkte und wir lieben sie dafür. Unsere Bewunderung steigt aber noch mehr, wenn sie ihre eigene dichterische Eingebung auslachen. Sie erschaffen zarte poetische Momente, um sie kurz darauf in Gelächter aufzulösen und dies nicht nur zum Spass. Es ist viel mehr das Zeichen eines Strebens nach theatralischer und poetischer Authentizität. Dies ist das Geheimnis von “Dieser Himmel zum Beispiel”.  Ein Konzentrat aus kompakter Leichtigkeit und leuchtender Poesie.

sipario.it - Franco Acquaviva, 20. April 2019